Kurzbiografie

Zoran Đinđić wurde am 1. August 1952 in Bosanski Šamac geboren. Im Jahre 1974 machte er Diplom-Abschluss an der Philosophischen Fakultät in Belgrad. In der Zeit von 1977 bis 1980 war er in Deutschland, wo er mehrere Universitäten und Institute für Gesellschaftswissenschaften (Konstanz, Bonn, Franfurt a.M.) besuchte. Er promovierte 1979 an der Universität in Kontanz, an der er als Assistent tätig war.

Er ist einer der Gründer der Demokratischen Partei, in der er im September 1990 zum Vorsitzenden des Exekutivausschusses und im Januar 1994 zum Parteivorsitzenden gewählt wurde. Zum Parteivorsitzenden wurde er noch zwei Mal, auf der außerordentlichen Versammlung der Demokratischen Partei am 18. Juli 1998 und auf der ordentlichen Versammlung am 27. Februar 2000, gewählt. Er war höherer wissenschaftlicher Mitarbeiter im Zentrum für Philosophie und Gesellschaftstheorie in Belgrad, und nach der Einführung des Mehrparteiensystems Abgeordneter in allen drei Legislaturperioden der Volksversammlung der Republik Serbien und im Rat der Republiken der Versammlung der Bundesrepublik Jugoslawien. Er war Professor an der Philosophischen Fakultät in Novi Sad.

Zum Bürgermeister von Belgrad wurde er am 21. Februar 1997 im Namen der Koalition „Zajedno“ (Gemeinsam) gewählt, die bei den kommunalen Wahlen 1996 in mehreren Städten in Serbien den Sieg errang. Vom Bürgermeisteramt wurde er am 30. September 1997 abgewählt. Für seine Abwahl stimmten die Abgeordneten von SPO, SPS und SRS. Im Gerichtsverfahren gegen den Vorsitzenden der Regierung der Republik Serbien Mirko Marjanović wurde er am 20. September 1996 zu einer Freiheitsstrafe von vier Monaten verurteilt, deren Vorstreckung für die Dauer von zwei Jahren zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Der Oberste Gerichtshof hat am 9. Juli 1998 das Urteil abgeändert und ein neues Urteil gefällt, laut dem er zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten verurteilt wurde, deren Vollstreckung für die Dauer von drei Jahren zur Bewährung ausgesetzt wurde. Im Juni 2000 hat Đinđić das Amt des Koordinators des Bündnisses für Veränderungen übernommen und wurde danach auch Chef des Wahlstabs und Koordinator des Wahlkampfs der Demokratischen Opposition Serbiens (DOS) für die am 24. September 2000 abgehaltene Wahl. Bei dieser Wahl wurde Đinđić zum Abgeordneten im Rat der Republiken der Versammlung der Bundesrepublik Jugoslawien gewählt.

Nach dem Sieg von DOS bei der Parlamentswahl im Dezember 2000 wurde er am 25. Januar 2001 zum Ministerpräsidenten gewählt. Er war Präsident des Organisationsausschusses des 12. Weltpokals im Wasserball 2002. Die amerikanische Zeitschrift „Time“ hat ihn im September 1999 unter die ersten 14 führenden europäischen Politiker des dritten Millenniums eingereiht. Er war Gewinner des angesehenen deutschen Preises „Bambi“ im Bereich der Politik für das Jahr 2000. Đinđić hat im August 2002 in Prag den Preis der Stiftung „Polak“ und des Fonds für amerikanische Studien für den Beitrag zur Entwicklung der Demokratie in Serbien verliehen bekommen. Dieser Preis wird jedes Jahr für den Beitrag zur Umsetzung der demokratischen und wirtschaftlichen Reformen im Zentral- und Osteuropa verliehen. Er wurde posthum von der Stiftung für internationale Verständigung und Menschenrechte der Universität „Friedrich Schiller“ in Jena ausgezeichnet. Am zweiten Jahrestag seines Todes wurde Zoran Đinđić am 12. März 2005 vom Präsidenten von Serbien und Montenegro Svetozar Marović mit dem Nemanja-Orden erster Stufe ausgezeichnet.

Er ist Autor von Büchern: „Subjektivität und Gewalt“, „Herbst der Dialektik“, „Jugoslawien als unvollendeter Staat“. Er war verantwortlicher Chefredakteur der Zeitschrift „Theoria“, des Blattes der Philosophischen Fakultät.

Dr. Zoran Đinđić wurde am 12. März 2003 vor dem Gebäude der Regierung der Republik Serbien ermordet, weil er versucht hat, Serbien aus der Vergangenheit zu befreien und in die Zukunft zu führen. Zoran Đinđić hinterließ seine Ehefrau Ružica, sowie seine Tochter Jovana und seinen Sohn Luka.